Ernährung und Depression

Dass sich Ernährung auf den Geist und das Gefühlsleben auswirkt, konnte in einigen Studien belegt werden. Dabei spielt vor allem die Zusammensetzung der Darmmikroben eine Rolle. Sie produzieren tausende von Stoffen und stellen die Verbindung zwischen Nahrung und Geisteszustand dar. So mangelt es bei depressiven Menschen insbesondere an den Mikroben, die wichtige chemische Stoffe wie Dopamin produzieren. Vor allem Bakterien der Art Bifidobacterium adolescentis scheinen besonders wichtig zu sein. Sie ernähren sich von Ballaststoffen, die in Obst und Gemüse vorkommen.

Zunehmend herrscht Einigkeit darüber, dass eine Depression mit erhöhten Entzündungswerten einhergeht. Die Darmmikroben senden u.a. Signale um wichtige Botenstoffe wie das stimmungsaufhellende Serotonin herzustellen. (Antidepressiva erhöhen diesen Stoff künstlich.)

Sollte man unter Stimmungsschwankungen leiden, lohnt es sich also darüber nachzudenken mit einer Ernährungsumstellung die Darmflora günstig zu beeinflussen. Natürliche Probiotika in Form fermentierter Lebensmittel wie Käse, Joghurt und Kefir können sich positiv auf das Darmmikrobiom auswirken.

Unter den Lebensmitteln gibt es auch einige Heilpflanzen die nachweislich bei psychischen Erkrankungen unterstützend helfen sollen. Am bekanntesten ist das Johanniskraut, das gegen leichte Depressionen wirkt. Lavendelextrakte wirken beruhigend und sollen bei Ängsten und Stress helfen. Safran kann depressionsbedingte Symptome verringern und soll stimmungsaufhellend wirken. Es gibt bereits einige Produkte auf dem Markt, die Safran enthalten.

Menschen mit Depressionen weisen auch häufig einen niedrigen Folatwert im Blut auf. Das B-Vitamin kommt vor allem in Bohnen und grünem Blattgemüse vor.

Serotonin ist das sogenannte Glückshormon. Damit das mit der Nahrung aufgenommene Serotonin ins Hirn gelangen kann, braucht es die Aminosäure Tryptophan. Samen wie Sesam, Sonnenblumen- und Kürbiskerne sollen unterstützend wirken. Bitterschokolade (mit 60-80 % Kakao), Chili und Erdbeeren sollen sich ebenfalls positiv auf die Stimmung auswirken.

F.N. Jacka, A randomised controlled trial of dietary improvement for adults with major depression“, BMC Medicine (2017);15 (1):23

J. Firth, „The effects of dietary improvement on symptoms of depression and anxietxy: A meta-analysis of randomized controlled trials“, Psychosomatic Medicine (2019);81 (3):265-280

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