Milch

Ob Milch gesund ist oder nicht, darüber scheiden sich die Geister. Die Empfehlung Milch helfe bei Osteoporose, bei der der Knochen an Kalzium verarmt, ist jedoch überholt. Der Nutzen des in der Milch enthaltenen Kalziums wird durch andere Inhaltsstoffe zunichte gemacht. Neuerdings wird sogar diskutiert, ob reichlicher Milchkonsum im Gegenteil sogar zu brüchigeren Knochen führen kann. Was gegen einen erhöhten Milchkonsum spricht, ist die Tatsache, dass vermehrt Östrogene und Wachstumshormone in der Milch zu finden sind. Nimmt unser Körper davon zu viel auf, fördern sie Entzündungen und das Altern der Zellen. Zusätzlich hat sich in der Züchtung von Milchkühen die Zusammensetzung des Milcheiweißes Casein verändert. Der Anteil an A1-Beta-Casein hat stark zugenommen. Diese Form von Casein wirkt entzündungsfördernd und trägt zur Entstehung von Akne, Allergien und anderen chronischen Erkrankungen bei. In Ziegen- oder Schafsmilch hingegen ist nur A2-Beta-Casein enthalten, weshalb diese Milch und die Produkte daraus besser vertragen werden.

Wer auf Milch nicht verzichten will, sollte zu Bio-Qualität aus Weide- oder Heumilch greifen.

Fermentierte Milchprodukte wie Kefir, Joghurt, Buttermilch oder reifer Käse ähneln der ursprünglichen Milch kaum mehr und sind eher gesund. Durch die Fermentierung wird der Milchzucker abgebaut, was die Produkte bekömmlicher macht, und die enthaltenen Bakterien wirken sich als Probiotika günstig auf das Darm-Mikrobiom aus. Im Gegensatz zur Milch scheinen die verarbeiteten Produkte eine Schutzwirkung bei Osteoporose zu haben.

Neben den medizinischen, gesundheitlichen Aspekten spielt auch die Umweltbilanz eine Rolle. Wer auf den ökologischen CO2-Fußabdruck achten will, kann Milch durch pflanzliche Drinks ersetzen. Landnutzung, Treibhausgasemissionen und Trinkwasserverbrauch sind bei ihnen deutlich geringer als bei herkömmlicher Milch.