Neben der Angst vor bestimmten Objekten oder Situationen gibt es die „flottierende“ Angst, also die Angst, die nicht auf ein klar definierbares Objekt gerichtet ist. Das Tückische daran ist, dass sie unberechenbar ist und schwer in den Griff zu bekommen. Sie kann einen unerwartet überfallen und kann zu Panikgefühlen führen.

Ein Mittel um diesen „Attacken“ zu begegnen ist: Ablenkung! So wird der Simulationsvorgang im Gehirn, dass eine Gefahr droht, obwohl keine wirkliche vorhanden ist, unterbrochen.

Eine Möglichkeit ist den Fokus weg von der Angst (also von innen) auf etwas Bestimmtes (nach außen) zu richten. z.B. eine Farbe. Wenn die Angst einsetzt, sucht man in der Umgebung alles was z.B. lila ist. (Es sollte eine Farbe sein, die nicht allzu häufig vorkommt wie z.B. rot, damit es nicht zu einfach ist.) Man kann sich aber auch auf bestimmte Gerüche oder Geräusche um sich herum konzentrieren.

Um den Körper in einen Ruhezustand zu versetzen sind Atemübungen ein hilfreiches Mittel. Zum Beispiel die 4×4 Atmung (Box-Atmung): Durch die Nase 4 Sekunden einatmen, Atem 4 Sekunden anhalten und 4 Sekunden lang durch den Mund ausatmen. Für eine intensive Beruhigung eignet sich die 4-7-8-Atmung, bei der man 4 Sekunden einatmet, den Atem 7 Sekunden lang hält und durch den Mund 8 Sekunden ausatmet. Durch das lange Ausatmen wird der Parasympathikus aktiviert und der Körper entspannt sich. Für schnelle Hilfe sorgt die 4-6 Atmung, bei der 4 Sekunden durch die Nase eingeatmet und gleichmäßig 6 Sekunden lang durch den Mund ausgeatmet wird.

Um die Anspannung und die überschüssige Energie abzubauen hilft Bewegung. Arme schütteln, Muskeln gezielt kurz anspannen oder ein paar Treppenstufen hochlaufen.

Gegenreize tragen dazu bei wieder in die Realität zu kommen. So hilft es zum Beispiel etwas scharfes zu essen oder ein scharfes Bonbon zu lutschen, einen Ball zu drücken, ein Glas kaltes Wasser zu trinken oder den Körper abzuklopfen.

Neben den akuten Maßnahmen helfen Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelentspannung, Yoga oder Qigong um das überaktive Nervensystem zu beruhigen. Aromen wie Lavel- oder Melissenöl können zusätzlich für Beruhigung sorgen. Als pflanzliche Präparate haben sich Baldrian oder Passionsblume zur Linderung von Angst und Unruhe bewährt.

Unter Ängsten zu leiden kann sehr belastend sein. Doch niemand muss mit seiner Angst alleine bleiben. Ein offener Umgang mit Ängsten und das Sprechen darüber hilft sie zu verstehen, sich ihnen zu stellen und wieder mehr Freiheit zu gewinnen. Angst ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Signal, das gehört werden will.