Übersetzt heißt es so viel wie „in etwas versunken sein“ oder „über etwas nachsinnen“. Es handelt sich also um einen bestimmten Geisteszustand, der unsere kognitive Flexibilität und unsere Resilienz verbessern soll. Der Blick richtet sich vom Außen nach Innen und rückt Zufriedenheit und Dankbarkeit in den Vordergrund. Man wird gelassener und lernt das Leben, Dinge und Menschen so zu akzeptieren wie sie sind. Dass es im Gehirn bei regelmäßigem Meditieren tatsächlich zu maßgeblichen Veränderungen kommt, konnte mit bildgebenden Verfahren bestätigt werden. Es hat sich auch gezeigt, dass Meditation einen positiven Einfluss auf das Emotionsleben hat und Ängste verringern kann.
Es gibt verschiedene Arten der Meditation. Bei der Transzendentalen Meditation wiederholt man ein Mantra zweimal täglich für 20 Minuten. Intensiver ist die Mindfulness Meditation, eine Achtsamkeitsmeditation, die darauf abzielt Gedanken, Emotionen oder Sinneswahrnehmungen bewusst und wertungsfrei zu beobachten. Diese Form ist weit verbreitet und findet sich in verschiedenen Kontexten wie Yoga, im Buddhismus oder bei der MBSR (mindfulness based stress reduction) von Jon Kabat-Zinn wieder. Verschiedene Studien zeigten, dass sie einen positiven Einfluss auf unterschiedliche Beschwerden haben kann. Dabei geht es vor allem um einen gesunden Ausgleich des vegetativen Nervensystems und der bewussten Wahrnehmung des Körpers und des eigenen Selbst.
Was sich in der Theorie einfach anhört, ist in der Praxis anfangs oft schwierig. Durch die Digitalisierung und die Schnelllebigkeit sind wir es nicht gewohnt den Fokus zu halten und konzentriert zu bleiben. Das Üben bedarf Zeit und es sollte ohne Druck oder Erwartungen geschehen. Am besten fängt man mit kurzen Sequenzen von maximal 5 Minuten an, die sich gut in den Alltag integrieren lassen. Ein guter Einstieg ist die Atemmeditation, bei der der Fokus auf den Atem gelegt wird. Atmung sensibilisiert die bewusste Wahrnehmung und hilft dem Sichlösen von äußeren Einflüssen. Bei der Durchführung achtet man auf das Ein- und Ausströmen des Atems ohne ihn beeinflussen zu wollen. Gedanken, die währenddessen auftauchen, nimmt man wahr, schiebt sie aber zur Seite und kehrt wieder zum Atem zurück. Fällt es schwer sich auf den Atem zu konzentrieren, kann es helfen die Atemzüge zu zählen. Man kann sich z.B. sagen „eins – ich atme ein… ich atme aus“, „zwei – ich atme ein… ich atme aus“…
Meditation soll kein bestimmtes Ziel verfolgen oder einen Anspruch auf „Heilung“ haben. Sie kann aber durch den veränderten Bewusstseinszustand dabei helfen sich von kreisenden Gedanken, Kopfkino oder herausfordernden Emotionen zu lösen. Es geht nicht darum etwas ungeschehen zu machen oder zu verdrängen, sondern zu lernen es mit einer gesunden Distanz anzunehmen und so leichter loslassen zu können. Wenn wir lernen uns von Bewertungen zu befreien, ermöglichen wir uns einen neutralen Blick auf die Dinge und können neue Erkenntnisse erlangen. Meditation muss auch nicht zwingend spirituell verstanden werden. Sie bietet die Möglichkeit das Leben aus einem anderen Blickwinkel zu sehen und hilft die Konzentration zu schulen und im Alltag mehr geistige Energie zu haben.
Meditation vs. Hypnose
Oft werden diese beiden Begriffe synonym verwendet obwohl sie unterschiedliche geistige Richtungen verfolgen. Angeleitete Meditationen, wie man sie zuhauf im Internet findet, sind meist Phantasiereisen und zählen damit zur Hypnose. Phantasiereisen, Hypnose und das Versetzen in eine Trance zielen darauf ab neue Eigenschaften auf- und negative abzubauen sowie Ängste zu reduzieren. Mit gezielten Vorstellungen und Formulierungen arbeiten sie mit Gefühlen und zielen darauf ab das eigene Potenzial zu entfalten. Im Gegenzug dazu wendet sich die Meditation durch die Fokussierung dem Sichlösen von Urteilen, Gedanken, Emotionen und Vorstellungen. Es geht weniger um Veränderung als um Gelöstheit und Gelassenheit.
In der Hypnose wird mit dem Unterbewusstsein, also tieferen Hirnsequenzen, gearbeitet um belastende Bewertungen und Emotionen ins Positive zu verändern. Die Meditation lässt sich eher dem Überbewusstsein zuordnen. Diese Ebene beschreibt eine meditative Trance, bei der wir in einer Tätigkeit versinken und die wir im Alltag etwa als „Flow“ bezeichnen. Würde man die Hirnströme messen, so würden deutlich höhere Gehirnwellen angezeigt werden als im normalen Wachzustand oder als bei der Hypnose.