Die Annahme dass unsere Körper identisch sind und auf Nahrungsmittel auf die gleiche Weise reagieren ist ein Mythos. Deswegen funktionieren auch die Diäten, die uns überall angepriesen werden, nicht. Denn was für den einen gut ist und funktioniert, kann für jemand anderes völlig ungeeignet sein. All die Vorgaben und Empfehlungen über Kalorienbedarf etc. ergeben somit wenig Sinn. Der Grundumsatz kann von Mensch zu Mensch variieren und auch andere Faktoren wie die Zusammensetzung des Mikrobioms, die Länge des Darms und die genetischen Voraussetzungen unterscheiden sich. Manche Menschen können z.B. Energie aus stärkehaltigen Lebensmitteln besser verstoffwechseln, weil sie mehr Stärke spaltende Enzyme produzieren. (Experiment wie gut Körper Stärke verarbeitet: ein Stück Brot kauen und messen wie lange es dauert bis man die Süße schmeckt. Dauert es etwa 30 Sekunden bis man die Umwandlung von Stärke in Zucker schmeckt, deutet das darauf hin, dass man Stärke gut verwerten kann.) Auch sollten wir eine bestimmte Lebensmittelgruppe nicht verteufeln. Jedes Lebensmittel hat eine ganz eigene Zusammensetzung an Nährstoffen, die sich auf den Körper auswirken. Entscheidend ist dabei vielmehr die Qualität und Quantität. Abgesehen von all dem sind wir Menschen so einzigartig wie Schneeflocken. Wir haben unterschiedliche Vorlieben für Lebensmittel, Geschmack und Konsistenz. Somit können wir nur selbst entscheiden, was für uns gut ist und was nicht.

Macht man eine Diät, lebt man streng nach Vorschrift. Man ist von außen bestimmt und einem Korsett unterworfen, das eigene Impulse unterdrückt. Das setzt nicht nur uns selbst unter Druck, sondern auch den Darm. Viel wichtiger und entscheidender ist es den gesunden, natürlichen Appetit wieder in den Fokus zu rücken. Er ist unser Ernährungsratgeber und maßgeschneidert.
Auch das Auslassen von Nahrung, das Fasten sollte nicht von außen bestimmt werden. Sind wir in einer Hungersituation, schreit förmlich der ganze Körper nach Nahrung. Man wird gereizt, die Konzentration geht verloren und die Gedanken kreisen nur noch ums Essen. Anders verhält es sich beim freiwilligen Fasten, wenn man bewusst den Entschluss fasst.
Messwerte können eine sinnvolle Hilfe sein und uns Orientierung geben. Wir sollten wir uns aber nicht von ihnen bestimmen lassen. Wenn wir verlernen auf unseren Körper zu hören, verlieren wir die Autonomie und damit die Kontrolle. Wir werden abhängig von Messwerten und büßen Gelassenheit und Achtsamkeit ein. Die Fähigkeit in den Moment hineinzuspüren und die eigenen Bedürfnisse zu erkenn geht verloren.